Mystik Treffen mit dem Tod Das Kino ist aus, die letzten Gäste gegangen, langsam bin ich zum Parkplatz geschlendert. Niemand weiß, worin mein Körper gefangen, niemand sieht, wie er sich plötzlich verändert. Der Mond strahlt im vollen Glanz auf mich nieder, alles in mir brodelt wie glühendes Eisen. Immer zu Vollmond, da kommt es wieder, die Adern schwellen und drohen zu zerreißen. Der Fluch, mich wieder zur Bestie zu wandeln, er lastet auf mir seit Beginn meines Lebens, würde gerne für immer beenden mein Handeln, jedoch jeder Versuch bisher war vergebens. Ich leck über die Zähne, die zu Hauern mutiert, streich übers Gesicht, längst gewuchert das Haar. das Tier in mir mich zum Verderben entführt, und wieder einmal dieser Fluch wird wahr. Gierige Augen schnell ein Opfer erspähen, eine Frau, groß und schlank, spaziert sie daher. Und während im Warten langsam Sekunden vergehen, spürt mein Wille längst keine Zurückhaltung mehr. Fertig zum Sprung, die Muskeln gespannt, der giftige Geifer trieft aus dem gierigen Rachen. Konturen des Körpers in die Seele gebrannt, aus diesem Albtraum gibt es nie ein Erwachen. Ein zerfetzender Schrei, der dann plötzlich verklingt, erstickend schwer liegt mein Körper auf ihr, aufgerissener Schlund gleich den Tod zu ihr bringt, dafür wieder ein verlängertes Leben zu mir. Als ihr roter Saft sich mit meinem vermischt, die Seele in ihrem Herzen wird kalt, die Erinnerung an das, was mal war, ganz erlischt, ein erstes lautes Heulen erschallt. Hinaus in die Welt trägt der Wind ihr Klagen, und die erste Sucht nach Blut stellt sich ein, wird nun selbst als Werwolf bei vollem Mond jagen, und mit mir Herrscher der Vollmondnacht sein. (c) Mondwolf, 18.05.2004  ----------------------------------------------------------------------  Mondfinsternis Heute Nacht ist es soweit, drum Leute haltet Euch bereit, für Kobold, Elfe, Fee und Wicht, er heut den Hexenzauber bricht. Immer wenn er festgestellt, zu viele Hexen auf der Welt, verbirgt sein strahlendes Gesicht und schaltet ein das rote Licht. Hexe, Hexe, böses Wesen, schwinge deinen Reisigbesen, fliege fort von dieser Welt, hast genug hier angestellt. Der rote Mond hebt auf den Bann, ein jeder wieder lachen kann, der Blocksberg wird zum Partysaal, man hört Gelächter überall. Und wenn die Engel lustig tanzen, die Wichte Hoffnungsbäume pflanzen, die Erde zeigt ihr neues Kleid, vom Hexenzauber ganz befreit. Nur gute Hexen dürfen bleiben, und weiter hier Gedichte schreiben, den Besen lassen sie daheim, versprechen, immer brav zu sein. (c) Mondwolf, 27.10.2004 ----------------------------------------------------------------------  Der Mondwolf Die Nacht ist sternenklar, kalt bläst der Wind durchs Geäst, die Bäume ächzen von der Last des Schnees, die Kristalle glitzern im Schein des Mondes. Ein dunkler Schatten löst sich aus seinem Licht, fährt hinunter zur weißen Erde, eine Gestalt bildet sich aus dem Dunkel, es ist der Wolf des Mondes. Ohne ein Geräusch zu machen, ohne im Schnee zu versinken, verschwindet er leise im Dickicht, sucht die Spur des Bösen. Ein alter Mann stapft durch den Schnee, gebeugt von der Last der Jahre. Er kommt vom Markt, weit weg, trägt den kargen Lohn nach Hause. Da, eine Gestalt löst sich aus dem Dunkel, springt auf ihn zu, ergreift seinen Sack, entreißt ihn und rennt davon, immer schneller, Richtung Wald. Plötzlich ein Ton, ein Knurren, leise nur, aber das Blut erstarrend. Die Gestalt bleibt stehn, wie aus Stein, versucht, das Dunkel zu durchdringen. Und dann sieht sie die Augen, stechend, blau und drohend schauen sie ihn an, das Knurren wird lauter, drohender, der Wolfskörper steht bereit zum Sprung. Die Gestalt hebt den Sack, will zuschlagen, wie ein Blitz zuckt der Graue auf ihn zu, tief bohren sich die Fänge in den Arm, ein Schrei, der Sack fällt zu Boden. Der alte Mann, schon fast daheim hört ein Knurren. Er dreht sich um und schaut in die Augen der Nacht. Der Wolf des Mondes läßt den Sack fallen, er ist verschwunden, bevor der Alte weiß, was passiert. Das markerschütternde Heulen des Wolfes, es durchdringt die Ruhe, läßt erschaudern, jeder schaut sich ängstlich um, doch ein alter Mann schaut zum Mond und lächelt. (c) Mondwolf, 07.11.2004 ----------------------------------------------------------------------   ... dunkle Sucht ...   ...und wieder mal war es soweit, das Blut als Lava in ihm kocht, die Sucht nach Leben macht sich breit, in seinem Schädel Gier nun pocht. So zieht er los ein Opfer suchen, es dürstet ihm nach frischem Blut, um morgen wieder sich verfluchen, wenn seine Sucht dann endlich ruht. Da geht sie, jung und zart und rein, nichtsahnend das der Tod gewiss, mit schnellem Schritt holt er sie ein, ihr Schrei erstickt in seinem Biß. Er treibt die Hauer in das Fleisch, saugt süchtig ihren Lebenssaft, und spürt dabei die Haut so weich, in seinen Armen sie erschlafft. Er läßt sie sanft hernieder gleiten, entschwindet dann ins dunkle Weit, um neue Opfer zu begleiten, auf ihrem Weg zur Dunkelheit (c) Mondwolf, 07.11.2004
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